Sprachenportfolio

Hintergrundinformationen

Das Europäische Parlament in Straßburg und der Europarat in Brüssel bemühen sich seit mehr als dreißig Jahren um die Förderung von Sprachenvielfalt in Europa und von Mehrsprachigkeit der einzelnen Bürgerinnen und Bürger in Europa.

Dazu wurde der "Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen: lernen - lehren - beurteilen" (GER) und als eine Form seiner Umsetzung das "Europäische Sprachenportfolio" geschaffen.

Das Europäische Sprachenportfolio ist ein mittlerweile europaweit anerkanntes Instrument, in dem die Sprachkompetenzen der Lernenden transparent dargestellt werden. Es basiert auf den Niveaustufen des GER und lässt sich gleichermaßen nutzen, um beim Sprachenlernen selbständiger zu werden und zielstrebig voran zu kommen.

In Europa sind bisher mehr als 60 verschiedene Sprachenportfolios vom Europarat anerkannt worden, davon allerdings nur 4 für die Erwachsenenbildung, alle anderen für den Schulbereich.

Für die Erwachsenenbildung wurde von den vhs-Landesverbänden Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen ein allgemeines Sprachenportfolio entwickelt, das im Herbst 2006 vom Europarat akkreditiert wurde. Es kann beim Verlag Max Hueber direkt oder im Fachhandel unter ISBN 3-19-002963-6 bezogen werden.


Was ist ein Sprachenportfolio?

Das „Europäische Sprachenportfolio für Erwachsene“ ist zunächst ein persönlicher Lernbegleiter und hilft zu erkennen, welche Situationen sprachlich schon gemeistert werden und was noch gelernt werden muss. Es besteht, wie alle vom Europarat anerkannten Sprachenportfolios, aus drei Teilen: Sprachenpass, Sprachenbiographie und Dossier.

Der Sprachenpass gibt einen fundierten Überblick über die Sprachkenntnisse des Nutzers. Die Einschätzung erfolgt auf der Basis der vom Europarat festgelegten Niveaustufen (A1-C2). Damit können Sprachkenntnisse zum ersten Mal europaweit nach einheitlichen Kriterien verglichen werden.

Die Sprachenbiographie ist eine Art ganz persönliches (Lern-)Tagebuch der Begegnungen mit anderen Sprachen - und damit immer auch mit der eigenen. Neben Vorschlägen, wie Sprachkenntnisse gefestigt und erweitert werden können, finden sich hier „Checklisten" , mit Hilfe derer sich der jeweilige aktuelle Kenntnisstand ermitteln lässt. Zur Erreichung bestimmter Lernziele hilft ein persönlicher Lernplan.

Im Dossier können z.B. Kopien erworbener Sprachenzertifikate und Teilnahmebestätigungen aus Sprachkursen, aber auch Beispiele der eigenen fremdsprachlichen Textproduktion abgeheftet werden, um so in Verbindung mit dem Sprachenpass sprachliches Können zu belegen. Das Dossier ist ein nützliches Dokument, z. B. für die Bewerbung um eine Stelle.